Peugeot präsentiert auf der AMI auch sein Know-How im Bereich der umweltfreundlichen Motoren. So stellt man zum einen die derzeitigen Serien-Modelle vor, die bereits heute weniger als 140 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Dies gilt derzeit als bis Ende 2008 zu erreichendes Ziel im Ringen um den CO2-Austoß bei Autos.
So erreicht der Micro-Van 1007 HDi FAP 110 mit seinem 1,6-Liter-Dieselmotor immerhin 109 PS und bleibt noch immer unter der Grenze. ‘Ähnlich wie Modelle der Baureihen 107, 206, 207, 307 und 407. Der französische Autobauer geht mit dem Thema Umwelt offensiv um und macht seine CO2-Günstlinge derzeit durch eine Anzeigenkampagne in Deutschland bekannt.
Peugeot hat auf der AMI allerdings auch eine Studie mit im Gepäck, die man bald schon im Straßenbild sehen kann: Den 307 SW “Biotech”. Das Herz des kleinen Peugeot wird durch Bio-Ethanol (E85) befeuert, dieses aus Biomasse (bspw. Zuckerrohr, Kartoffeln, Sonnenblumen, Getreide oder Baumwolle ) und Hefe vergorene Ethanol gilt aufgrund seiner positiven Energiebilanz und seiner CO2-Neutralität als echter Alternative zum herkömmlichen Benzin. Vor allem in Süd-Amerika ist Bio-Ethanol seit Jahren auf dem Vormarsch, so war Brasilien 2004 der weltweit größte Ethanol-Kraftstoff-Hersteller und -Verbraucher.
Trotzdem gibt es kritische Stimmen zum Ethanol. Zwar weist es eine positive Energiebilanz auf, doch der enormen Bedarf an Anbauflächen für die Grundlage des Bio-Ethanols ist nicht unumstritten.
In Europa vorstellbar sind reine Ethanol-Fahrzeuge derzeit noch nicht wirklich, dafür ist das Netzwerk von entsprechenden Tankstellen zumindest in Deutschland noch bei weitem zu klein. Realistisch sind deshalb sog. “Flexible Fuel Vehicle”, die heute bereits zu tausenden in Schweden verkauft werden (allein Ford bisher 15.000 Exemplare). Dies sind Autos, die beides – Ethanol und Benzin – tanken und fahren können.
Doch Peugeot zeigt nicht nur die vielleicht nahe Zukunft, sondern auch ein Modell, dass als alternatives Antriebskonzept der nächsten Generation gilt: Mit dem “207 Epure” zeigt man ein über einen emissionsfreien Brennstoffzellenantrieb angetriebenes Fahrzeug.
Das in weiß gehaltene Cabrio entwickelt aus den 27 PS der Brennstoffzelle laut Peugeot immerhin eine Spitzengeschwindigkeit von 130 km/h.
Das Prinzip der Brennstoffzelle ist bereits seit 1838 bekannt und wird von den Autoherstellern seit einigen Jahren mit einiger Forschungsarbeit gewürdigt. Es gilt aufgrund seiner nahezu nicht vorhandenen CO2-Emission als Zukunftshoffnung.
Problem: Die Energiebilanz der meist durch Wasserstoff angetriebenen Brennstoffzelle ist nicht wirklich gut. Wasserstoff kann nur unter extremer Kälte in seinem flüssigen Zustand gelagert und transportiert werden. Wird es gasförmig ist es hochentzündlich, eine Vermischung mit Luft läßt Knallgas entstehen.
Insgesamt zeigt Peugeot mit dem Ethanol-Fahrzeug ein bereits heute serienfertiges Konzept, dessen technische Entwicklungen schon heute in Autos gebaut werden. Der 307 SW Biotech soll bereits ab August für rund 21.000 Euro erhältlich sein.
Der bei mehreren Automobilherstellern ebenfalls in der Entwicklung befindliche Brennstoffzellenantrieb muss erst in den nächsten Jahren zeigen, ob er es wirklich zu einer Serienreife bringen kann.