Dieser Artikel ist aus dem Jahr 2010. Wenn Sie aktuellere Informationen zur AMI, AMITEC, AMICOM und AMISTYLE suchen geht es hier zur Startseite.

Für perfekten Klang im Auto

AMICOMIn diesem Jahr feiert die AMICOM ihre Premiere: Eine ganze Messe für Unterhaltungs-, Kommunikations- und Navigationstechnik im Auto. Und vom Start weg will die AMICOM mit Superlativen überzeugen. Beispielsweise dem besten Sound im Auto. Zum Soundwettbewerb werden 130 Fahrzeuge aus 30 Nationen erwartet. Getestet wird nach dem Regelwerk der European Mobile Media Association – kurz EMMA. Einer der Fachjuroren ist der Leipziger Stefan Eismann, seit 1997 selbständiger Car-Hifi-Händler mit Einbauwerkstatt. Wir sprachen mit ihm über guten Klang und was diesen ausmacht.

Stefan, wer sind Deine Kunden?

Das sind all die, die sich mit dem Thema Hifi beschäftigen, im Schnitt so um die 30-Jährige, oft aber auch jüngere Autofahrer. Wir bauen zwar auch Navigation oder Entertainment-Systeme mit Deckenmonitoren ein, die meisten Kunden wollen aber vor allem in eine gute Soundanlage investieren. Allgemein geht der Trend dahin, dass Musik im Auto gehört wird. Wie beim EMMA-Soundwettbewerb wollen viele Kunden einen guten Klang, um die Lautstärke oder besonders viel Bass geht es dabei kaum.

Wie definiert sich für Dich guter Klang?

Stefan EismannIn mehrere Bestandteile. Ganz wichtig ist die Tonalität. Das bedeutet, dass Musikinstrumente und Stimmen möglichst realistisch wiedergegeben werden. Ich sage immer gern “unverfärbt” dazu. Wer Musik auf einer guten Anlage hört, kann also jedes Instrument voneinander unterscheiden. Die hohe Kunst ist es dann, etwa das Atmen eines Sängers oder Blechbläsers hören zu können, wenn es die Qualität der Aufnahme erlaubt. Wenn die Aufnahme nichts taugt und ein Bass klingt wie ein Faustschlag auf die Küchenarbeitsplatte, dann bringen mir auch die besten Lautsprecher nichts. Heißt also: Eine optimale Abstimmung bringt den guten Sound.

Die nächst höhere Stufe über der Tonalität ist dann die Bühnendarstellung. Das kennt man von der Anlage zu Hause, wo man eine virtuelle Bühne darstellen kann. Das geht auch im Auto über die Dreidimensionalität. Wenn alles richtig eingestellt wurde, hört man den Flügel etwa hinten rechts, den Sänger vorn und den Chor von hinten links.

Erklär uns doch mal ganz kurz, was Hertz ist.

Hertz ist die Einheit für Frequenz. Die Maßeinheit gibt die Anzahl der Schwingungen pro Sekunde an. Je niedriger die Frequenz, desto tiefer wird der Ton. Das menschliche Ohr kann Töne von 20 Hertz bis 20 Kilohertz hören.

Und Watt?

Das ist die Leistung. Je mehr Watt eine Anlage liefert, desto mehr Leistung bringt sie.

Das heißt also, je mehr Watt, desto lauter?

Vom Grunde her ja, das hängt aber davon ab, wie lange ein Lautsprecher die Leistung umsetzen kann. Viel wichtiger ist der Wirkungsgrad. Also: Wie laut spielt der Lautsprecher mit der zugeführten Leistung. Und von Klang haben wir dabei noch gar nicht gesprochen. Kontrolle und Dynamik sind viel wichtiger als 50 oder 100 Watt.

Wie erreicht man denn nun qualitativ guten Klang?

In verschiedenen Schritten. Das größte Manko eines Autos ist, dass es nicht als fahrende Musikquelle konstruiert wurde. Das bedeutet, die Einbauplätze für Lautsprecher sind eher dem Design geschuldet als der Akkustik. Dazu kommen die oft unpassenden Gitter vor den Einbauplätzen und die Montage der Lautsprecher. Oft sind diese an Plastik oder dünnem Blech angeschraubt. Das kann keinen guten Klang bringen.

Ein erster Schritt ist darum die Dämmung der Türen und die Verbesserung der Aufnahmeplätze der Lautsprecher. Dabei gilt: Je mehr Masse um einen Lautsprecher ist, desto dynamischer kann er spielen. Und je stabiler die Aufnahme der Box ist, umso besser klingt es, weil sich dann nur die Membran bewegt und nicht etwa die Türverkleidung.

Kann in jedes Auto guter Sound eingebaut werden?

Eigentlich schon, ja. Jedes Fahrzeug hat sein Für und Wider, unterschiedlich ist nur die Verteilung des Aufwandes.

Wir danken für das Interview.

Und ich danke für das Interesse.

Lest außerdem noch diese Woche: Während der AMICOM wird ein Ford Mustang live umgebaut. Stefan Eismann verrät uns, welche Komponenten eingebaut werden.


Eine Reaktion zu “Für perfekten Klang im Auto”

  • 1. Carhifi · 3. April 2010 um 19:15 Uhr

    Kann ich nur unterschreiben.
    Mfg. PClasen

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