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Erste Ausfahrt mit dem neuen BMW 3er Touring

Auf der AMI feierte er seine Weltpremiere, ab September September steht er bei den Händlern: Der BMW 3er Touring. Die sechste Generation des BMW 3er als Alltags-Kombi kommt größer, mit neuen praktischen Details, leichter, stärker und sparsamer.

Mit gewachsenen Ausmaßen übertrumpft er die beiden direkten Rivalen Mercedes C-Klasse und Audi A4, und mit den BMW-typischen Ansprüchen will er der Platzhirsch beim Thema “Freude am Fahren” sein. Ob er all das hält, was er auf dem Papier verspricht, können Journalisten aus aller Welt aktuell bei den ersten Testfahrten selbst erleben und testen. Kunden müssen sich noch bis September gedulden – hier jedoch bereits einmal die ersten Eindrücke.

Gegenüber dem auserkorenen Wettbewerb von Mercedes und Audi liegt der neue 3er Touring nicht nur bei Gepäckvolumen und Raummaßen vorn. Und das, obwohl er im direkt vergleich zu Audi und Mercedes wahrscheinlich das Modell ist, das am sanftesten – weniger bullig, eher sportlich – wirkt. Auch mit praktischen Details punktet der Münchner unmittelbar. Der serienmäßig zu 40-20-40 Prozent geteilten Rücksitzlehne zum Beispiel, die es ermöglicht, vier Personen und zusätzlich Skier oder Snowboards im Wagen unterzubringen. Oder der Laderaum-Abdeckung, die bei Nichtgebrauch unter dem Ladeboden verschwinden kann. Die Hecktür klappt serienmäßig elektrisch auf und zu – dank aufpreispflichtigem „smart opener“ sogar berührungslos per Fußschwenk unter dem Heck. Wie bereits beim Vorgänger-Modell lässt sich das Heckfenster separat öffnen, nützlich vor allem dann, wenn das Auto rückwärts nahe an der Wand steht und die Hecktür nicht aufschwingen kann. Und: Der neue Touring wurde trotz Wachstum und trotz erweiterter Sicherheitsausstattung bis zu 40 Kilogramm leichter.

Viel wichtiger als solche Details freilich ist bei einem Premium-Sportkombi die Form. Und die ist rundum gelungen. Wie oben beschrieben wirkt der 3er gegenüber dem Wettbewerb wesentlich dynamischer – und auch, wenn das am Ende wie BMW-Werbesprech klingt, so ist es doch, was es ausdrückt. Wie schon bei der Limousine des neuen 3er haben die Münchener Designer ein Meisterstück abgeliefert. Die im Wind stehende Niere zeichnet sich durch ihre Skulpturalität aus, die kräftige Haube, die kurzen Überhänge, das langgestreckte Dach – diese Merkmale zusammen mit der flachen, sehnig breiten Front und dem wohl proportioniertem Heck lassen den 3er Touring wie ein 100-Meter-Läufer am Start lauern. Im Reigen der schönsten Kombis steht der neue BMW 3er in vielen Augen ganz vorn.

Im Innenraum gibt sich auch die Touring-Variante keine Blösse – wie bereits bei unserer Probefahrt mit der Limousine – überzeugt das Interior: : bequeme und dennoch guten Seitenhalt vermittelnde Sitze, schöne Materialien, ansprechende Farben, sorgfältige Verarbeitung. Neu sind der flache breite Bildschirm oben in der Mitte für Radio, Bordcomputer und (gegen Aufpreis) Navi. Wie bereits beim 1er und der 3er Limousine steht das Display starr in der Konsole und man fragt sich zuweilen, wieso man bei BMW darauf verzichtet hat, es einfahrbar zu machen. Das gäbe dem Armaturenbrett noch etwas mehr “Sexyness” und würde mit Blick auf den Wettbewerb für mehr Überzeugung sorgen – im neuen A3 nämlich lässt sich das Display versenken.
Grund zur Freude hingegen herrscht wieder beim Blick übers Lenkrad. Dort projiziert nämlich das farbige Head-up-Display Informationen ins direkte Sichtfeld des Fahrers. Ein aufpreispflichtiges Stück Technologie, das man nach einer Weile nicht mehr missen will. Die wichtigsten Informationen wie die erlaubte und gerade gefahrene  Geschwindigkeit sowie die Navi-Richtungspfeile schweben vor dem Fahrer und sind auch bei Sonne sicher und gut erkennbar.

Die Auslieferung beginnt im September mit zunächst einem Benzinmotor und zwei Dieseln. Der 320i kommt mit demselben „Twin-Power-Turbo“-Vierzylinder wie die Limousine – zwei Liter Hubraum, 180 kW (245 PS), 350 Nm Drehmoment ab 1250 Umdrehungen pro Minute. Die Fahrleistungen (Beschleunigung 0 – 100 km/h in sechs Sekunden, Spitze 250 km/h) verdienen das Prädikat souverän, auch in Verbindung mit der rasch und sanft agierenden Achtgang-Automatik. BMW-Liebhaber werden sich daran stoßen, dass es zur Einführung nicht auch einen Reihensechszylinder alter Schule geben wird. Doch auch BMW kommt an den künftigen EU-Regulierungen um CO2-Werte nicht umhin und strebt zurück zum Vierzylinder. Den haben die Münchner übrigens schon vorm goldenen Zeitalter des Reihensechszylinders zur Perfektion gebracht – im legendären 2002 und dem Nachfolger, der ersten 3er Reihe, arbeiteten ausschließlich bzw. vornehmlich Vierzylinder. Und so brummen im neuen 3er eben auch wieder vornehmlich Vierzylinders statt des turbinenhaften Sechszylinders. Objektiv machen die ihre Sache “allerdings” hervorragend.

Der Vierzylinder-Diesel im Touring 320d kommt mit zwei Litern Hubraum und 135 kW (184 PS) wie in der Limousine, der 330d als Sechszylinder mit drei Litern Hubraum und 190 kW (245 PS) sowie üppigen 560 Nm Drehmoment ab 1500 U/min. Gegen Jahresende erscheinen zusätzlich der 320i  sowie die Basis-Diesel 316d und 318d. Alle Motoren verfügen über Start-Stopp-System und Bremsenergie-Rückgewinnung. Und alle kommen mit „Fahrerlebnisschalter inkl. Eco Pro“. Hinter dieser sperrigen Bezeichnung verbirgt sich, wie bei der Limousine, ein System, mit dem das Ansprechverhalten, Fahrwerk und einige kleine Details des 3er während der Fahrt beeinflussen lassen. So kann man neben Fahrgefühl auch die Motoreneinstellungen und damit indirekt der Verbrauch geregelt werden – BMW verspricht bis zu 20 Prozent Verbrauchsersparnis in der Praxis.

Der neue BMW 3er Touring macht Freude – als Kombi vermittelt er den gleichen agilen Charakter wie die Limousine. Mit einer direkten Lenkung, einer Federung, die die Straße spüren lässt und dennoch grobe Stöße fernhält und ebenso sportlich wie gemütlich agieren kann. Wer den Vorgänger bereits gut fand, wird den Neuen noch überzeugender finden. “Auf den ersten Blick wirkt der BMW 3er Touring wie eine Evolution des Vorgängers, aber spätestens bei einer Fahrt mit dem Kombi aus München fallen eine Vielzahl von Verbesserungen in Auge und Hände.“, beschreibt Benny Hiltscher auf bimmertoday.de seine Erstbegegnung. Und AutoBILD kürt ihm im Vergleich mit dem Wettbewerb zum König: “Ein Augenöffner, dieser 3er, zumal er sich auch sonst keine Schwächen leistet. Er markiert im Test sowohl den Sparsamsten als auch Spurtstärksten, und er bietet am meisten Platz.

Quelle: (Leipziger Messe/gig mit Material von ampnet/low)

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