Umwelt

Elektromobilität: Leipzig und AMI als Vorreiter

von Daniel Große am 27.04.2012, 09:53 Uhr in 2012, AMI, Blog, Umwelt

Elektromobilität ist in aller Munde – auf der AMI kann man sie erleben und erfahren. Denn erstmals können Messebesucher marktreife Elektroautos testen. Acht unterschiedliche Modelle stehen zur Probefahrt bereit.

Die AMI zeigt damit eindrucksvoll, welche Vorreiterrolle Leipzig beim Thema E-Mobility spielt. Hier baut BMW nicht nur demnächst seine Strom-Modelle i3 und i8. Auch ist Leipzig Teil der Modellregion Sachsen im Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität der Bundesregierung. Entlang der Autobahn A9 werden zukünftig von Leipzig bis München Ladestationen installiert. Außerdem gibt es in Leipzig mittlerweile 17 Ladesäulen für E-Autos. Technologischer Vorreiter sind hierbei die Stadtwerke Leipzig. Das kommunale Unternehmen hat sich den Ausbau der Elektromobilität auf die Fahnen geschrieben, denkt derzeit sogar darüber nach, gemeinsam mit Wohnungsgenossenschaften eine Carsharing-Flotte mit E-Autos einzuführen.

Auch für die AMI stellen die Stadtwerke ihre Kompetenz zur Verfügung: Für die zur Probefahrt bereit stehenden Fahrzeuge werden mobile Schnell-Ladesäulen installiert, damit eine hohe Verfügbarkeit der E-Autos gewährleistet ist. Um das Ganze nachhaltig zu gestalten, wird die Leipziger Messe im gesamten Monat Juni mit zertifiziertem “grünem” Strom versorgt, der aus Schweizer Wasserkraftwerken stammt.

Sieben Marken werden für die AMI acht Elektrofahrzeuge zur Verfügung stellen: Citroen, Nissan, Renault, Toyota, Opel, Smart und Volkswagen lassen die Besucher erleben, wie leistungsstark ein Elektroantrieb ist und wie viel Spaß er macht. Die Lage der Leipziger Messe mit Bundesstraßen, Autobahn und urbanem Umfeld ist dafür wie geschaffen.

Hybrid-Autos auf dem Vormarsch

von Thomas Gigold am 04.04.2012, 20:35 Uhr in 2012, AMI, Blog, Umwelt

Insgesamt 12.622 Zulassungen. Ein Marktanteil von nicht einmal einem halben Prozent.
Das ist der Status Quo auf deutschen Straßen, wenn es um Hybrid-Automobile geht.
Ein Trend, oder gar ein wahrnehmbarer Markt sieht anders aus. Toyota Prius, Honda Insight und andere Hybrid-Modelle gehören auf unseren Straßen noch nicht zum wahrnehmbaren Bild. Im Gegenteil.
Trotzdem ist ein Trend da. Ein erkennbarer.
Vor allem in Zeiten, in denen die Spritpreise global anziehen.

Weltweit liegen die Zulassungen von Hybridmodellen im Millionenbereich. Zahlreiche Auszeichnungen und viel Aufmerksamkeit aus der Presse vereinen die Autos auf sich, die Elektro- und herkömmlichen Antrieb mit Diesel oder Benzin kombinieren. Sicher und Serienreif ist die Technologie seit Langem. Und mit der steigenden Auswahl an Modellen mit Hybridantrieb wird auch die Zahl der zugelassenen Hybridautos zunehmen.

In den nächsten Monaten bis Jahresende kommen über ein halbes Dutzend Fahrzeuge mit Hybridantrieb auf den Markt. Führend sind hier jedoch noch immer die Importeure. VW und seine Töchter fächern ihre Hybrid-Systeme nur in die Oberklasse – Touareg, A6, Cayenne. Allein BMW will seine Hybrid-Technologie künftig nicht nur im 7er, sondern auch in 5er und 3er einbauen – wenn die Stückzahlen hier auch gering bleiben dürften. Richtig los könnte es bei den Bayern ab 2015 gehen, bis dahin soll die Hybrid-Technologie-Allianz mit Peugeot Früchte tragen.

Das wohl mit der meisten Aufmerksamkeit gesegnete Modell wird der Toyota Yaris Hybrid sein. Er ist nach Prius und Auris das nunmehr dritte Modell von Toyota, dass mit der Kombination aus Benziner und E-Motor auftritt. Und er ist der erste Kleinwagen mit dieser Technik. Der Verbrauch sinkt beim 74 kW/100 PS starken Zwerg auf 3,5 Liter pro 100 km, was einem CO2-Ausstoß von 79 g/km entspricht. Und günstig ist er auch noch: 16.950 Euro ruft Toyota auf, wenn der Yaris pünktlich nach seiner Premiere auf der AMI dann ab 16. Juni 2012 bei den Händlern steht – damit sortiert er sich preislich zwischen Basismodell und Executiv-Modell ein, für das Toyota 17.150 Euro will.

Aber auch andere Importeure setzen auf Hybride. Peugeot wird seine noch allein entwickelten Hybrid-Systeme im 3008 und 508 RXH verbauen, Konzernschwester Citroen im DS4. Aussergewöhnlich bei den Franzosen: Sie koppeln ihren Elektroantrieb nicht wie andere Hersteller mit einem Benziner, sondern einem Diesel-Aggregat. «So bringen wir die beiden sparsamsten Technologien zusammen und maximieren die Effizienz», sagt Peugeot-Pressesprecher Bernhard Voß. Der Crossover-Kombi 508 RXH kommt so trotz 200 PS auf dem Prüfstand mit nur 4,1 Liter Diesel aus (CO2: 107 g/km).

Daneben kommen auch andere Hersteller wie Volvo (V60 Hybrid) oder Kia (Optima Hybrid). Opel Ampera oder Hybrid-Modelle von Infinity und Lexus sind bereits da. Andere, wie der Fisker Atlantic, der gegen den 3er BMW antreten will, oder Hybrid-Modelle von Ford wollen binnen Jahresfrist ebenfalls den deutschen Markt erobern.

Die kommenden Monate werden spannend. Und die AMI wird eine bunte Vielfalt von Hybrid-Modellen zeigen. Wir sind uns sicher, neben dem oben Erwähnten wird es vom 02. bis 10. Juni in Leipzig noch die ein oder andere Überraschung im Feld der “Mischlinge” geben.

Die elektrische Revolution kann beginnen.

von Thomas Gigold am 24.03.2012, 22:43 Uhr in 2012, Blog, Umwelt

Wir sind bereit. Für die elektrische Revolution.Das ist nicht nur der Schlachtruf der Automobil-Industrie, die in den kommenden Monaten mit jeder Menge elektrogetriebenen Neuheiten auf den Markt preschen wird. Nein, mit “wir sind bereit” sind auch wir Autofahrer gemeint. Wir sind bereit! Nicht mit dem Herz. Noch nicht mal mit dem Verstand. Aber, ob wir es wahr haben wollen oder nicht, mit der Nutzung unserer Autos im alltäglichen Leben durchaus.
Denn immerhin 95 Prozent der automotiven Wege legen wir in einem Radius von weniger als 50 Kilometer zurück.
Das ergibt jetzt eine neue, umfassende Studie aus Österreich; entstanden unter Leitung der Technischen Universität Wien.
Betrachtet man das Ergebnis, so offenbart es, dass die Mehrheit der mit dem Auto zurückgelegten Wege damit heute innerhalb der Reichweite aktueller Elektroautos liegt.

Für die Studie haben Forscher in Wien und Niederösterreich drei Wochen lang mit GPS-Sendern ausgestattet und so die Wege der Fahrzeuge nachvollzogen. Bei sparsamer Fahrweise kommen die heute serienreifen und erhältlichen Elektro-Autos meist auf eine Reichweite von etwa 150 Kilometern.

Insbesondere bei Besitzern von Klein- und Mittelklassewagen sind die zurückgelegten Wege überschaubar. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass wir im urbanen Raum weit weniger unterwegs sind, dafür aber wesentlich häufiger “übersichtliche” Autos fahren. “Bei Kleinfahrzeugen stellt sich ein Umstieg auf Elektromotoren in den meisten Fällen als sinnvoll heraus”, erklärte Markus Litzlbauer dann entsprechend. Der Experte vom Institut für Energiesysteme und Elektrische Antriebe der TU Wien hatte die Studie mit verantwortet.

Was Reichweite und Infrastruktur betrifft, könne das Elektroauto schon heute einen großen Teil der Mobilitätsbedürfnisse erfüllen. Die Studie zeigt, dass die Elektromobilität immer praxistauglicher wird, und Fahrzeughersteller mit ihrem “Elektromobilitäts-Optimismus” nicht falsch liegen. “Das größte Hindernis für den Erfolg von Elektrofahrzeugen am Markt ist heute immer noch der hohe Preis der Batterie”, schränkt Litzlbauer jedoch am Ende der Studie ein. Doch natürlich kennen auch die Autobauer das Problem, erschaffen dafür Ideen wie das “Batterie-Leasing”. Was bleibt sind wir. In den Köpfen der Autofahrer muss ein Umdenken stattfinden – eines, dass weg von der “Was wäre wenn”-Ideologie hin zur “Was fahre ich wirklich”-Abschätzung geht. Denn am Ende zählt nicht die eine Urlaubsfahrt nach Italien im Jahr, für die man sich ein konventionelles Auto mieten könnte. Es sind die restlichen 95 Prozent Kurzstrecken zu Arbeit, Schule, Aldi und Bäcker, bei denen man Öl, CO2 und Kosten sparen kann …

Noch ist die Auswahl unter den Elektroautos gering. Doch das wird sich in den kommenden 20 Monaten massiv ändern. Die Elektromobilität ist nicht aufzuhalten. Auch wenn statt eines Sprints eher ein Marathon gerannt wird und wir nicht bereits in fünf sondern eher vielleicht in 20 Jahren Elektroautos alltäglich im Stadtverkehr sehen werden. Das liegt aber weniger an den Herstellern, als vielmehr an uns. Diesmal kann man der Industrie wenig vorhalten.

Wer die neue Elektromobilität selbst einmal erfahren will, ist auf der AMI Leipzig gut aufgehoben. Hier zeigen Aussteller nicht nur die neuen E-Modelle; viele bringen auch ihre Modelle zur Probefahrt mit nach Leipzig! Also: Einsteigen, Losfahren und selbst überzeugen …

Das Segway und wir

von Daniel Große am 16.04.2010, 17:06 Uhr in 2010, Umwelt

Wie gestern geschrieben und im Podcast erwähnt, durften wir gestern die Segways vom RWE-Stand in Halle 2 entführen, um einige der elektrisch betriebenen Fahrzeuge der AMI zu entdecken. Wie das aussah, seht ihr hier.


AMI.TV

Honda CR-Z: Sportlicher Hybrid

von Daniel Große am 16.04.2010, 13:29 Uhr in 2010, Premiere, Umwelt

Er ist sexy. Nicht nur wegen seiner Kurven und Kanten, sondern vor allem, wegen seines Antriebes. Der Honda CR-Z soll der stylische Einstieg in das Thema Ökoauto werden, vor allem für junge Fahrer und Fahranfänger. Was auf seine Art schon wieder sexy ist. Man stelle sich vor, junge Menschen entscheiden später nicht mehr nach PS-Zahl und Motorengeräusch über ihr erstes Auto, sondern nach Verbrauch und Antriebsart.

Das hybride Coupé setzt auf die Technik des Insight, optisch eher auf den CR-X, ein bisschen aber auch wie der Civic. Auf der AMI steht der CR-Z als Deutschlandpremiere. Honda bezeichnet ihn als weltweit erstes Hybridfahrzeug, das die Vorteiles eines benzinelektrischen Antriebs mit einem 6-Gang-Schaltgebtriebe und der Karosserie eines Coupé verbindet. Der 1,5-Liter-Motor leistet 114 PS, unterstützt wird er durch einen 14-PS-Elektromotor. Der Verbrauch soll bei 5 Litern auf 100 Kilometern liegen.

Ab Juni steht der CR-Z beim Händler.

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Elektromobilität erfahren

von Daniel Große am 15.04.2010, 16:25 Uhr in 2010, Live, Umwelt

segwayWas es heißt, elektrisch unterwegs zu sein, kann man hier auf der AMI sehr schön sehen. Zum einen an den Ständen. smart, Opel, Peugeot, Citroen, Audi, Renault und einige Aussteller mehr zeigen Prototypen oder bereits fertige Elektro-Autos. Zum anderen zeigt RWE mit dem Tesla, dass Elektromobilität bereits heute serienreif und alltagstauglich, wenn auch nicht für jeden bezahlbar ist.

RWE hat aber noch mehr: Zum Beispiel einen kleinen Segway-Parcours in Halle 2. Wir haben uns heute diese wunderbaren Gefährte ausleihen dürfen und sind damit über die AMI gefahren, um uns an den Ständen von Opel, Peugeot und smart umzusehen. Wie das aussah, könnt Ihr spätestens morgen Nachmittag sehen, denn das Team vom AMI-Online.tv hat uns begleitet.

Eines können wir aber schonmal verraten: Abgestiegen sind wir von “unseren” Segways nur sehr ungern. Wer die Personal Transporter noch nicht kennt, sollte unbedingt bei RWE vorbeischauen. Es ist wirklich ganz leicht.

Leise wie eine Schwalbe

von Daniel Große am 13.04.2010, 15:59 Uhr in 2010, Live, Umwelt

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Zum morgigen Tag für Berufseinsteiger präsentiert ein Jugendprojekt eine umgebaute Schwalbe von Simson. Das Besondere: Sie fährt komplett elektrisch und ist damit genauso leise wie der Flug einer echten Schwalbe in einer lauen Sommernacht.

verbraucher_2„Wir wollen praktisch zeigen, wie Elektromobilität aussehen kann und haben hierzu ein Jugendprojekt ins Leben gerufen“, informiert Julian Fischer, Leiter des Klimaprojekts bei der Verbraucherzentrale Sachsen. Zehn Jugendliche bauten zwischen Dezember und März in den Räumen des Kooperationspartners, dem Jugendkulturzentrum GaraGe Leipzig eine alte Simson Schwalbe zu einem Elektroroller um. Die Elektro-Schwalbe ist bereits seit Beginn der AMI zu sehen und wird morgen in Halle 3, Stand E 34, von dem Jugendprojekt präsentiert.

Weiteres witziges Highlight des Standes der Verbraucherzentrale: Mit Fahrrädern können hier Modellautos auf einer Rennbahn angetrieben werden. Je mehr das Modellauto real verbraucht, desto stärker muss der Besucher in die Pedale treten.

Auto aus Holz, Baumwolle und Basalt

von Daniel Große am 12.04.2010, 09:20 Uhr in 2010, Live, Umwelt

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Ein Fahrzeug, das völlig anders ist als die meisten, gibt es in Halle 3 zu sehen. Der Nios ist eine Konzeptstudie, die von Studenten dreier Hochschulen entwickelt wurde: von der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle, der Hochschule Merseburg (FH) und der TU Chemnitz. Unter dem Label “Hydrokultur” bauten sie dieses Ultraleichtfahrzeug in ungewöhnlichem Design.

Der Nios ist allerdings nicht nur ein Showcar, sondern ein voll einsatzfähiger Fahrzeugprototyp. Die Studenten werden am 6. und 7. Mai damit den eco-Marathon 2010 in der Klasse UrbanConcept bestreiten und damit gegen Teams aus ganz Europa antreten. Beim eco-Marathon, der von Shell unterstützt und durchgeführt wird, gilt es, ein Fahrzeug zu entwerfen, konstruieren und letztlich auch bauen und zu fahren. Schwierigste Bedingung: Mit nur einem Liter Kraftstoff muss es die größte Distanz fahren, um zu gewinnen.

Beim Nios soll das vor allem durch den Einsatz nachwachsender und vor allem leichter Rohstoffe gelingen. Holz, Baumwolle und Basalt sind die Hauptbestandteile. Damit bringt das Gefährt gerade mal 160 Kilo auf die Waage. Angetrieben wird es von einer Brennstoffzelle und einem Elektromotor. 70 Prozent der Materialien sind regenerativ, der Dreisitzer kann zudem zu 90 Prozent recycled werden – eine Gesamtenergiebilanz, die nicht jedes Fahrzeug aufweisen kann.

Wer den Nios mal sehen will: Halle 3, Stand D42. Vor Ort sind auch einige der Projektverantwortlichen, die gern Rede und Antwort stehen.

5 Milliarden für Abwrackprämie bestätigt

von Daniel Große am 08.04.2009, 13:30 Uhr in 2009, AMI, AMICOM, AMISTYLE, AMITEC, Umwelt

abwrack

Wie erwartet hat das Bundeskabinett heute die neuen Regeln für die Abwrackprämie beschlossen. Das Gesamtvolumen wird von 1,5 Millliarden auf 5 Milliarden Euro aufgestockt. Diese Summe soll nun für zwei Millionen Prämien reichen, weiterhin werden pro Auto, das mindestens neun Jahre alt ist, 2500 Euro gezahlt. Am Ende des Jahres – oder wenn die 5 Milliarden Euro erschöpft sind – soll die Förderung auslaufen.

Für die Entscheidung erntet das Bundeskabinett nicht nur Lob: Die Opposition hat die Aufstockung als “milliardenschweres Wahlgeschenk ohne großen Nutzen für die deutsche Industrie” kritisiert. FDP-Finanzexperte Hermann Otto Solms sagte auf Deutschlandradio Kultur, dass zwei Drittel der über die Abwrackprämie verkauften Fahrzeuge im Ausland gebaut würden. Um deutschen Herstellern mit ihrem Angebot an Mittelklassewagen zu helfen, hätten die Abschreibungen für Geschäfts- und Dienstwagen erhöht werden müssen. Stattdessen werde der Automarkt nach Auslaufen der Prämie einbrechen. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast bemängelte, die Abwrackprämie sei von Anfang an Murks gewesen. Auch sie erwartet einen rapiden Einbruch der Verkaufszahlen. “Wer jetzt einen Neuwagen kauft, wird sich nächstes und übernächstes Jahr – wenn neue, umweltfreundlichere Modelle auf den Markt kommen – nämlich keinen kaufen”, sagte sie der “Neuen Osnabrücker Zeitung”. (Reuters)
Der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz kritisiert die Maßnahme als Strohfeuer. Der Verschrottungsbonus sei eine Subventionierung einer bestimmten Branche zulasten anderer, kritisierte er am Mittwoch im ZDF-”Morgenmagazin”. Das sei eine Wettbewerbsverzerrung, denn dafür würden beispielsweise weniger Sofas oder Fernseher gekauft. (FAZ/ddp)

Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), ideeller Träger und Mitveranstalter der AMI in Leipzig begrüßt die Aufstockung der Prämie und die Fortzahlung in gleicher Höhe. Auf Anfrage des AMI-Blogs sagte Thomas Böhm, Pressesprecher des VDIK: “Natürlich gibt es nach jeder Förderung ein Loch. Dennoch benötigen wir jetzt den Konjunkturanschub. Es zeigt sich, dass der Kunde nun nachholt, was er unter Umständen jahrelang vor sich herschob, nämlich den Kauf von umweltschonenden und effizenten PKW.” Zudem geht Böhm davon aus, dass das “Loch” nach Ende der Förderung nicht so tief ausfalle. “Das generelle Interesse am Automobil ist jetzt geweckt, das wird auch anhalten”, meinte er. Die Umweltprämie sei die einzige Maßnahme, die sofort und positiv wirke.

Zum Kritikpunkt, vor allem ausländische Autobauer würden profitieren, sagte Böhm, die Verwobenheit im Produktionsprozess sei so groß, dass gesichert sei, dass alle profitieren, auch deutsche Zulieferer. “Ein Beispiel ist der neue Renault Mégane. Hier sind 33 von 41 Zuliefern deutsche Unternehmen. Oder der Suzuki Splash: Etwa 30 von 40 Herstellern kommen aus Deutschland”, zählte er auf. Zudem sei es falsch, zu glauben, deutsche Autos würden aus Deutschland kommen. “27 Prozent der in Deutschland verkauften Autos stammen aus ausländischer Produktion, viele deutsche Autobauer und Zulieferer haben auch Werke im Ausland”, so Böhm.

Bereits jetzt mache sich der Umwelteffekt bemerkbar. So wurde die Durchschnittsemission an CO2 gesenkt. “Wir bekommen jetzt endlich die Euro-1 und Euro-2-Autos von der Straße, davon gab es mal 16 Millionen. Die Senkung der CO2-Emmission ist ein wichtiger Schritt. Und je eher er passiert, desto besser. Wettbewerbsverzerrung befürchtet Böhm nicht, allenfalls eine kurze Zurückhaltung. “Viele Anbieter wie Möbelhäuser oder Elektronikmärkte haben doch die Abwrackprämie adaptiert und geben Sonderzahlungen beim Kauf eines neuen Artikels.”

“Läuft der Motor schon?”

von Daniel Große am 02.04.2009, 17:33 Uhr in 2009, Live, Probefahrt, Umwelt

insight

Was echte Laufruhe bedeutet, erfuhren wir heute im wahrsten Sinne des Wortes. Im Honda Insight. Der Hybrid aus Benzin- und Elektroantrieb hinterließ bei uns einen bleibenden Eindruck. Und das Wissen, dass es echt Spaß macht, einen Hybriden zu fahren.

insight_batterieBeginnen wir am Anfang: Der freundliche Begleiter während unserer Probefahrt zeigte uns zu Beginn den Elektromotor. Der ist nicht wie beim Hybrid-Civic hinter der Rückbank montiert – was zur Folge hatte, dass diese nicht mehr umklappbar ist – sondern unter einer Abeckung im Kofferraum versteckt. Hier stört er nicht und kann in Ruhe seine Arbeit tun.

Ruhe – da ist es wieder, dieses Wort, das den Insight wohl am Besten beschreibt. Nach Umdrehen des Zündschlüssels waren wir uns nicht sicher. “Läuft der Motor schon?”, fragten wir uns. Ja, er tat es. Leise. Sehr leise. Das Fahrverhalten war erste Klasse. Sehr “sahnig”, sanft und ruhig glitten wir dahin. Und waren trotzdem schnell. Bei 120, 130 km/h hört man den Benzinmotor schon, klar. Die Geschwindigkeit spürt man im Insight trotzdem nicht. So etwas haben wir während unserer Probefahrten hier noch nicht erlebt.

insight_detailDer Hybridantrieb funktionierte reibungslos. Bei Geschwindigkeiten von etwa 25 bis 50 km/h arbeitet nur der Elektromotor. Drüber oder drunter kommt der Benzinmotor zu Hilfe. Im niedrigen Drehzahlbereich oder im Rollen wird die Energie zurückgeführt und lädt den Elektromotor auf. Außerdem hat der Insight eine Auto-Stopp-Funktion, die bei unter 10 km/h oder im Leerlauf bei Betätigung der Bremse den Motor abstellt. Lässt man die Bremse wieder los, springt der Motor sofort wieder an – fast unbemerkt und dezent im Hintergrund.

Insgesamt die bislang ruhigste Probefahrt hier auf der AMI. Demnächst soll das Prinzip, so sagte uns der Honda-Mitarbeiter, auch im Jazz verbaut werden. Und hoffentlich bald in noch mehr Fahrzeugen, auch anderer Hersteller. Denn mit einem Verbrauch von 4,6 Litern auf 100 km liegt die voll ausgestattete Limousine im absoluten Spitzenfeld.

Der Honda Insight steht ab 18. April beim Händler.

Honda finden Sie in Halle 5.